Alles Roger in Kambodscha


Am naechsten Morgen nahmen wir dann den Bus, der uns nach Phnom Penh, Kambodscha brachte. Unterwegs erhielten wir das Visum on arrival, was ganz ohne Schmiergelder moeglich war! Angekommen in Phnom Penh hatten wir riesen Glueck mit unserer Hostelauswahl. Wir sind im 11 Happy Backpackers untergekommen. Das Hostel besticht durch die geniale Rooftopbar und hat uns gleich den Abendgestaltung geschenkt. Wir zockten zig runden Billiard.


Am Ende des Abends sollte es dann noch einmal zum Fluss gehen, der nur einen Katzensprung entfernt vom Hostel liegt. Wir speisten noch einmal in einem kleinen Restaurant und gingen dann zu Bett, da wir fuer den naechsten Morgen eigentlich eine Motorradtour nach Siem Reap auf eigene Faust angedacht hatten. Am Morgen sprachen wir dann mit Mitarbeitern vom Hostel, die alle samt meinten, dass der Trip zu gefaehrlich sei und man mit mindestens 10 Stunden Fahrt rechnen muss. Da wir jedoch ein eng gestricktes Zeitfenster haben, hatten wir uns dann gegen die Motorradtour entschieden. Wir verbrachten den Samstag also in Phnom Penh und besichtigten nachmittags die “Killingfields”. Geschichtlich bis aufs duerftigste zusammengefasst ging es dabei um Paul Pots Hirngespinnst. Paul Pots war der Leiter der "Roten Khmer", einer kommunistischen Guerillatruppe. Die Khmer ist die ethnische Herkunft der meisten Kambodschaner. Die Gruppe nannte sich die “Roten Khmer”, da die Farbe “rot” aus dem Kommunismus entnommen wurde.

Paul Pot nahm mit der Guerillatruppe im Jahre 1975 die Stadt Phnom Penh ein. Er wollte den landwirtschaftlichen Kommunismus durchbringen und das mit aller Gewalt. Aus diesem Grunde liess er alle scheinbar intelligenteren Menschen und Regimegegner umbringen. Er liess Lehrer, Studierte, Leute die eine Fremdsprache sprechen konnten, sowie Leute die eine Brille trugen und deren Kinder um. Das Paradoxe an dieser Sache ist dazu, dass Paul Pot selbst einige Jahre in Paris studiert hat! Andere Kinder wurden im Alter von 6 Jahren von ihren Muettern getrennt und mussten von nun an arbeiten. Die Killingsfields beschrieben die Mordstaetten dieser Zeit. Da Munition zu teuer war, um jeden einzeln zu erschiessen, erschlug man die Leute mit Bambusstaeben, Aexten und Hammern. Kleine Kinder brachte man haeufig um, in indem sie von den Waertern an den Beinen festgehalten wurden und mit dem Kopf gegen einen Baum geschlagen wurden. Dieser Baum steht heute noch dort und es geht einem be idem Anblick ein kalter Schauer ueber den Ruecken und absolutes Entsetzen macht sich breit.


Es gibt in ganz Kambodscha zig Killingfields. Immerhin hat Paul Pot, bis zu seiner Entmachtung durch die vietnamesische Armee bis 1979 drei der acht Millionen Kambodschaner umbringen lassen.

Auf dem von uns besichtigten Killingfields, wurden alle Koepfe in einer Stupa, einer Gedenkstaette ausgelegt, im Gedenken an die Toten. Die anderen kleineren Knochen, wie Rippen oder aehnliches blieben im Boden. Aus diesem Grund darf man in den Killingfields nur ueber bestimmte Wege laufen, da immer Knochen durch den Regen nach oben gespuelt warden. So auch dort zu sehen.

Nach der Besichtigung ging es ins S 21. Das ist eine alte Schule, die durch Paul Pots zum Gefaengnis umgebaut wurde. Hier wurden die scheinbar intelligenteren Leute so lange gefoltert, bis sie irgendwelche Taten gestanden oder sich aber als Regimegegner erklaerten, was letztendlich ihr Todesurteil war und sie zu den Killingfields abtransportiert wurden.

 

Nach dem wir bei unserer Ankunft wieder am Hostel ankamen entschieden wir uns, unserere inzwischen ganz gut wuchernde Haarpracht abschneiden zu lassen. So langweilig durfte das jedoch nicht von statten gehen. Hans durfte fuer Christoph einen Frisoersalon aussuchen und Christoph fuer Hans.

Christoph hatte sich fuer Hans gleich mal einen Frauenfrisoer ausgesucht. Die nette Kambodschanerin schnitt fleissig, und komplett ohne Haarschneidemaschine. Christoph biss sich doch sehr auf die Zunge, als sie ploetzlich anfing den Hansemann zu massieren. Nene, nicht Kopfmassage, Schultern und Gesicht inklu!! Was ein Mist. Genau das falsche Dingen ausgesucht. Als Hans dann fertig war kam sein Gluecksgriff. Ein Frisoersalon mit einem schwulen Frisoer, der bereits beim Eintreten in den Salon meinte, dass wir doch beide sehr “handsome” seien. Oh mein Gott! Bitte massiert der mich jetzt nicht, dachte sich Christoph. Schlussendlich machte er jedoch einen wirklich akzeptablen Job, ganz ohne massieren und gab uns noch einen Partylocationtip fuer den Abend. Es sollte in den “

Club Heart of Darkness” gehen. Der Frisoer meinte nur, dass wir so etwas noch nicht gesehen haetten. Ja, genau sowas suchen wir doch.

 

Nachdem wir uns im Hostel erstmal wieder frisch gemacht hatten, ging es dann schliesslich mit ein paar anderen Backpackern in den empfohlenen Club. Nach dem Betreten dachten wir zunaechst, dass an dem Samstag fuer die Frauenwelt Kambodschas eventuell ein Ausgehverbot herscht. Diese Vermutung wurde jedoch zunichte gemacht, als wir einen als Polizist verkleideten schwulen Kerl sahen. Auf der Flucht aus dem Club wurde Christoph dann noch von einem Typen angequatscht, ob er ihn besser kennenlernen duerfte, was dankend abgelehnt wurde.

Anschliessend gingen wir dann noch in einen weiteren Club, direkt um die Ecke. Und der hat sich gelohnt. Es hat echt richtig Spass gemacht zu feiern. Nach einer naechtlichen Staerkung mit Hamburgern, ging es dann zurueck ins Hostel. Wir liessen uns am naechsten Morgen dann wieder vom Bus abholen, der uns nach Siem Reap brachte. Dort ging es fuer uns dann in das Hostel International Siem Reap. Das Hostel war top. Es verfuegt ueber einen Whirlpool und ueber eine Terasse. Wir machten mit einem Tuktukfahrer gleich eine Tour nach Angkor Wat, der riesigsten Tempelanlage der Welt, klar. Uns schloss sich Emma an, eine Irin, die alleine reist. Abends ging es fuer uns dann natuerlich erstmal in den Whirlpool. Wir genossen die dreistuendige Happy Hour und liessen uns das Bier in den Pool bringen. Das war echt vom allerfeinsten. Wir wurden dann von einem Suedkoreaner angesprochen, der sich im Endeffekt als absoluten Tourleader herausstellte. Er motivierte insgesamt 15 Leute aus dem Hostel gemeinsam feiern zu gehen. Wir hatten schon angegeben, dass wir nur halbgas geben koennen, das die Angkortour auf uns wartete. Aber da war es dann passiert. Wir waren erst um halb drei im Hostel… Vorher genossen wir noch auf dem Markt, welcher natuerlich schon lange geschlossen war die Fischbecken, in dem man sich tagsueber fuer ein paar Dollar seine tote Haut von den Fuessen knabbern lassen kann. War auf jeden fall seeehr lustig!


Leicht verkatert, aber voll motiviert ging es dann am naechsten Tag mit dem Tuktuk los. Insgesamt war die Tour echt gigantisch. Die Tempel sind so atemberaubend gross! Lange, lange Gaenge, Baeume, die Teile der Tempel mit dem zeitlichen segnen und durch ihre ungeheuere Kraft die Tempel foermlich auseinander reissen und sich ueberall ihr Wege durchs Mauerwerk suchen. Und immer wieder sieht man die im lechtend orange gekleideten Moenche, die ihre Tempel ebenso besuchen, wie die Touristen.  Glueck mit dem Wetter hatten wir auch, sodass wir eigentlich durchgehend nass geschwitzt waren. Kein Grund fuer Christina, ein Maedel, welches wir in Laos, Vang Vieng, beim Tuben kennengelernt hatten und sie zufaellig am letzten Tempel in Angkor wiedertrafen uns nicht zu umarmen. Die Begegnung war schon wieder so ein Zufall, unglaublich.


Nachdem Christoph sich nochmal im Tuktukfahren beweisen durfte, ging es wieder zurueck zum Hostel. Erstmal wurde ein bisschen Schlaf nachgeholt, bevor wir  es uns wieder  in den Hostelwhirlpool gemuetlich machten.  

Am Abend ging es dann wieder mit der Hostetruppe raus in die Pubstreet. Die Pubstreet ist, wie der Name schon sagt, die Strasse, in der unzaehlige Bars und Cafes angesiedelt sind. Wir gingen von Anfang an in die Angkor Wat Bar. Die ist echt sehr cool gemacht. Uns stach in der Bar direkt eine Bardecke von der Firma Tigerbier ins Auge, die wir definitiv fuer unsere WG haben wollten. Schwupps, hatten wir den Leiter der Bar, einen Englaender kennengelernt. Er meinte, dass er uns so eine Decke schenkt, wenn wir zwei Buckets Whiskey Cola kaufen. Buckets sind leider keine 0,2 liter Glaeser, sondern Eimer…. Richtig, jeder bekam einen Eimer und viel mehr brauchten wir an dem Abend auch nicht, da in jedem der Eimer eine halbe Flasche Whiskey steckte. Was man nicht alles fuer die WG tut!

Wir tanzten noch die halbe Nacht, bevor wir in einer lebensmueden Fahrt auf einem Roller mit drei Leuten zurück zum Hotel rauschten. Der Fahrer fuhr für uns viel zu schnell und hatte dazu noch null Plan, wo unser Hostel war. Naja, ende vom Lied ist, das wir beide im Hostel wohl auf angekommen sind und fuer die gefuehlten 20 Minuten Fahrt einen US-Dollar gezahlt haben.

 

Am naechsten Morgen schliefen wir seit langer Zeit mal wieder aus. Mittags gingen wir erstmal ueber den oertlichen Markt und handelten mit den Verkäuferinnen, was das Zeug hält. Es war wirklich witzig, denn wenn man hart in den Verhandlungen blieb, wurde man erstmal mit Lobgesängen gebauchpinselt. Wenn man dann weiterhin hart blieb, war man dann irgendwann der blöde, hat das Zeug aber trotzdem zum gewünschten Preis bekommen. .Minus werden die wohl nicht an uns gemacht haben, weshalb wir damit ganz gut leben können! Wir aßen auf dem Markt auch noch zu Mittag. Übrigens, ganz nebenbei. Ihr wundert euch wahrscheinlich, wieso wir jetzt wieder Umlaute schreiben können. Haben Hans Notebook an einen Monitor angeschlossen. Nun liegt es leider an uns, dass wie die Umlaute nicht stringent nutzen, da man schon wieder an die andere Schriftweise gewöhnt ist. Da müsst ihr jetzt wohl mit klar kommen…

Am Abend sassen wir dann noch in der Lobby des Hostel. Wir assen hier ein letztes Mal zu Abend, bevor uns der Bus abholte. Mit dem Nachtbus ging es dann in Richtung Phnom Penh. Diese Nachtbus version bot zwar etwas mehr Beinfreiheit als der Bus, der Sleepig Bus den wir in Laos genutzt hatten, jedoch war es auch hier schwer möglich, auf den festeingestellten schrägen Sitzen eine angenehme Liegeposition zu finden. Zudem lies sich wieder einmal die die Lüftung nicht komplett ausschalten, sodass Christoph die ganze Nacht von einem leichten Luftzug ins Gesicht berieselt wurde. Nicht desto Trotz kamen wir ziemlich pünktich um 6 Uhr morgens am Busbahnhof an und liefen zum Hostel, wo wir unsere vorherigen age in Phnom Penh verbracht hatten, um uns dort auf der Dachterasse noch ein wenig auszuruhen. Tatsächlich verbrachten wir die komplette Zeit bis zum Abflug mit rumhängen, essen und Billard spielen auf der Dachterasse. Auch eine kleine Dusche gönnten wir uns, die längst überfällig war! Das Klima hier ist für uns Europäer einfach immernoch eine Herausforderung. Wenn man nicht gerade in einem Raum mit Klimaanlage oder direkt vor einem Ventilator hockt, hat man permanent einen beträchtlichen Schweißfilm auf jedem Zentimeter Haut und jedes T-Shirt möchte man nach spätestens 3h wieder wechseln. Gegen 12 Uhr schnappten wir uns dann ein Tuktuk und fuhren zum örtlichen Flughafen. Vom Flug selber bekamen wir allerdings nicht sonderlich viel mit, da uns nach Betreten der Maschine augenblicklich die Augen zuklappten.

19.11.13 05:47

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